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Einseitiger Sparbefehl: Unklare Folgen für das Unispital

Von allen Institutionen ist das Universitätsspital Basel vom jüngsten Sparpaket der Regierung mit Abstand am meisten betroffen. Über die Auswirkungen kann aber erst gerätselt werden.
Basel, 4. Februar 2015

Die einen nerven sich über bald leerstehende Polizeiposten in der Nacht, andere über das drohende Aus von Skilagern. Der frankenmässig mit Abstand grösste Brocken des regierungsrätlichen Entlastungsprogramms in Höhe von 70 Millionen Franken betrifft aber das Universitätsspital Basel.

Kanton spart netto deutlich weniger

Von den insgesamt 23 Millionen Franken, die an gemeinwirtschaftlichen Leistungen für universitäre Lehre und Forschung gestrichen werden sollen, entfallen rund 17 Millionen Franken auf das Universitätsspital Basel, weitere knapp vier Millionen Franken auf die Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) sowie auf das Claraspital (1 Millionen Franken) und das Felix Platter-Spital (rund 0,6 Millionen Franken), wie von Peter Indra, Leiter Gesundheitsversorgung im Basler Gesundheitsdepartement, zu erfahren ist.  Er relativiert allerdings die 23 Millionen Franken: "Dieser Betrag wurde den Spitälern bisher zu Unrecht von den Versicherern abgezogen. Er soll nun sachgerecht den Behandlungskosten der Spitäler zugeordnet und somit über höhere Tarife abgegolten werden."

Netto spart der Kanton allerdings nicht 23 Millionen Franken, sondern bedeutend weniger. Die Crux der Geschichte: Der Basel-Stadt rechnet damit, dass Krankenkassen und Spitäler unter sich höhere Tarife ("Baserate") aushandeln. Das wiederum wird zur Folge haben, dass der Kanton als Mitzahler automatisch stärker zur Kasse gebeten wird. Und damit die höheren Tarife nicht zu höheren Krankenkassen-Prämien führen, will sich der Kanton noch mit einem zusätzlichen Anteil von einem Prozent beteiligen. Netto summieren sich die Einsparungen für den kantonalen Staatshaushalt dann noch auf geschätzte 12 Millionen Franken jährlich.

Krankenkassen mit Verteuerung einverstanden?

Doch werden die Kassen auch wirklich Hand zu einer Tariferhöhung zur vollständigen Entlastung der Spitäler bieten? Peter Indra ist davon überzeugt und beruft sich auf das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen. Leiturteile besagten, dass solche Aufwendungen für die Universitäre Lehre und Forschung in die Spitaltarife eingerechnet werden können. Indra stellt sich zwar auf einen Rekurs der Kassen ein. Aber Angst vor einer gerichtlichen Niederlage hat er nicht. Und wenn es doch anders herauskommt? "Das ist unwahrscheinlich, doch dann werden wir halt über die Bücher gehen müssen."

Ein weiteres Fragezeichen: Wie verhalten sich die Nachbarkantone – allen voran Baselland –, auf die wegen der höheren Tarife auch höhere Kosten zukommen? Gemäss Indra ist damit zu rechnen, dass die "Baserate" (Preis pro landesweit durchschnittlichen Spitalaufenthalt) um durchschnittlich 400 bis 500 Franken steigen dürfte. "Damit liegt das Universitätsspital immer noch unter der Baserate des Zürcher Universitätsspitals oder etwa des Inselspitals in Bern", sagt er.

Mit anderen Worten: Das Basler Universitätsspital ist der Konkurrenz immer noch eine Nasenlänge voraus. Ob dieser Hinweis die Nachbarkantone beruhigt oder eine neue Diskussion über die teurer werdende Freizügigkeit auslöst, bleibt abzuwarten.

Unispital: Mulmiges Gefühl

Ein eher mulmiges Gefühl beschleicht Sabina Heuss vom Universitätsspital Basel. Die vorgängige Information durch das Departement sei zwar sehr gut gewesen, sagt die Kommunikations-Chefin. Aber "dennoch sind wir aufgeschreckt". Die Klinik sei auf hohe Fallzahlen der verschiedensten Schweregrade angewiesen, um die geforderte Ausbildungsfunktion wahrzunehmen, ebenso auf einen grossen Anteil an ausserkantonalen Patientinnen und Patienten, die heute rund 50 Prozent beisteuern, betont sie: "Qualität und Preise müssen kompetitiv sein und in die Gesundheitsbudgets der umliegenden Kantone passen."

Die gesamten gestrichenen Beiträge an gemeinwirtschaftliche Leistungen einfach auf die Krankenkassen und damit Prämienzahler umzulegen, werde nicht möglich sein. Sicher werde vom Personal noch einmal eine zusätzliche Effizienzsteigerung erwartet. Durch die Streichung von Mitteln befürchtet Heuss zudem auch Einbussen in der Lehre. "Es ist aber sehr wichtig für uns und das universitäre Image, dass wir genügend Ärztinnen und Ärzte ausbilden können."




Weiterführende Links:
- 70 Millionen Franken: Basel-Stadt setzt den Rotstift an


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"Basel SBB, c’est Endbahnhof."

SBB
Zugsdurchsage
vom 3. November 2022
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Basel, bilingue.

RückSpiegel


matthiaszehnder.ch nimmt die beiden News-Artikel aus OnlineReports zum Anlass, sich über die schrumpfende Kulturberichterstattung in den Schweizer Medien Gedanken zu machen.

Bajour zitierte OnlineReports in seinem Bericht über die Verwicklung von Bundesratskandidatin Eva Herzog in umstrittene Basler Geschäfte.

In ihrer Recherche über die sterbende Kulturberichterstattung in Basler Medien bezieht sich Bajour auf OnlineReports.

20 Minuten nahm die OnlineReports-Recherche über den Angriff auf den Stiefvater vor dem Muttenzer Gerichtsgebäude auf.

Die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen die OnlineReports-News über die Rückkehr von Christine Keller in den Basler Grossen Rat auf.

In ihrer Analyse über die unklare Gesundheitsversorgung des Laufentals ging die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche ein.

Telebasel konfrontierte die SVP-Regierungsrats-Kandidatin Sandra Sollberger mit einem Kommentar aus OnlineReports (worauf sie die Stellungnahme verweigerte).

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen den OnlineReports-Bericht über Pläne zum Abbruch des Spitals Laufen auf.

Die OnlineReports-News über den Wechsel des Telefon-Anbieters durch die Basler Verwaltung wurde von der BZ Basel und Happy Radio aufgenommen.

In seiner Aufstellung über "Politiker, die Wasser predigen und Wein trinken", nahm der Nebelspalter auch auf einen Artikel in OnlineReports Bezug.

20 Minuten griff die OnlineReports-Meldung über einen Autolenker, der bei der verbotenen Fahrt durch eine Einbahnstrasse in Birsfelden eine Radfahrerin schwer verletzte, auf.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Baselbieter Regierungsrats Urs Wüthrich nahmen Telebasel, die BZ Basel, die Basler Zeitung, das SRF-Regionaljournal, Prime News, die Nachrichtenagentur SDA, 20 Minuten und Happy Radio auf.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Recherche über Lärm-Überschreitungen im Osten des Gundeldinger-Quartiers auf.

Auf die OnlineReports-News über den Rücktritt der Laufener Finanzkommission reagierte die BZ Basel mit einem Nachzug.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Analyse der Basler FDP auf einen OnlineReports-Artikel aus dem Jahr 2005 Bezug.

Die BZ Basel nahm in ihrem Bericht über den Protest gegen entwässerte Basler Brunnen auf OnlineReports Bezug.

Die OnlineReports-News über stehengelassene BVB-Buspassagiere wurde von der BZ Basel aufgenommen.

Die BZ Basel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Aufnahme von Frauen in die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über Login-Probleme bei der Basler Kantonalbank (BKB) nach. Ebenso das Regionaljournal, das aber keine Quelle nannte.

Die BZ Basel und das SRF-Regionaljournal nahmen die OnlineReports-Meldung vom Tod des ehemaligen Baselbieter LdU-Nationalrats Claudius Alder auf.

In ihrem Bericht über den Störungs-Aufruf von "Basel nazifrei" zitierte die Basler Zeitung aus OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

 

In einem Satz


Heiko Vogel (47), der frühere Cheftrainer, kehrt am 1. Januar 2023 als Sportdirektor zum FC Basel zurück, um den "gesamten operativen Fussball-Alltag des FCB" zu verantworten.

Die Baselbieter Regierung hat die Mietung von Räumlichkeiten für das Amt für Migration und Bürgerrecht im Helvetia Tower in Pratteln beschlossen.

Auf die im Februar zurücktretende "Basta"-Grossrätin Beatrice Messerli (70) wird die Präsidentin des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest, die Klimaaktivistin Fina Girard (Jahrgang 2001) folgen.

Lorenz Amiet, bisher Vizepräsident, wird neuer Präsident der SVP-Grossratsfraktion als Nachfolger von Pascal Messerli, der neu Parteipräsident wurde.

In Lörrach bewarf dieser Tage ein Unbekannter die Fassade der Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde mit Eiern.

Am Riehenring entsiegelt das Basler Bau- und Verkehrsdepartement als Versuch ab 31. Oktober insgesamt 14 Parkfelder, so dass dort zukünftig Regenwasser in den Untergrund geleitet wird.

Witterungsbedingt muss die Eröffnung der Kunsteisbahn Eglisee in diesem Jahr um zwei Wochen nach hinten verschoben werden, nämlich auf den 12. November.

Ab 1. November müssen sämtliche Personen, die den Kanton in strategischen Führungsorganen der Beteiligungen des Kantons Basel-Landschaft vertreten, ihre Vergütungen offenlegen.

Der Kanton Baselland beteiligt sich mit 900'000 Franken an der von der Wirtschaftskammer organisierten grössten Berufswahlmesse der Schweiz.

Am 29. Oktober, ab 10.15 Uhr, findet an der Oristalstrasse 100 A in Liestal die öffentliche Fahrzeug-Versteigerung von rund 140 Velos diverser Marken, 4 Autos (BMW X6 xDrive30d, Honda Civic 2.0i Typ R, VW T5 Kombi D 4M BMT, VW Polo Blue GT) und ein Arbeitsanhänger (BZS MA MA MA) statt.

Die Kunsteisbahn Margarethen eröffnet am 22. Oktober, die Eislaufsaison und eine Woche später; ab dem 29. Oktober, ist auch die Kunsteisbahn Eglisee geöffnet.

Die Evangelische Volkspartei Baselland (EVP) feierte am vergangenen 9. Oktober mit Partei- und ihren 100. Geburtstag.

Das Bau- und Verkehrsdepartement erteilt der Wyniger Gruppe den Zuschlag für den Betrieb der Flora-Buvette ab 2023; es soll sich um die "erste klimaneutrale Buvette" handeln.

Per 1. Januar 2023 übernimmt Christopher Henry Tütsch (49) die Geschäftsleitung des Ausländerdienstes Baselland als Nachfolger von Oliver Bolliger, der zum selben Zeitpunkt die Geschäftsleitung der Stiftung Wohnhilfe in Basel übernimmt.

Die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt haben am 20. September Hansjörg Wilde zum neuen Präsidenten gewählt.

Nach einjährigem Studium am Basler Gymnasium Kirschgarten konnten dieses Jahr 65 junge Erwachsene ihre Passerelle-Ausweise entgegennehmen, die ihnen nach der Berufs- oder Fachmatur den Zugang zu sämtlichen Studiengängen an den Schweizer Hochschulen ermöglichen.

In Muttenz beim Hallenbad beginnen im September /Oktober die Bohrarbeiten zur Erkundung des Untergrundes, da es dort zu Dolineneinstürzen und grossflächigen Absenkungen gekommen ist.

Der Verein "Treffpunkt Arlesheim" (ehemals "Verkehrsverein Arlesheim") beschloss bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, sich aufzulösen.

Gleichzeitig mit dem Start der Bundeskampagne zum Energiesparen senkt die Basler Regierung die Heiztemperatur in seinen Verwaltungsgebäuden auf 19 Grad Celsius.

Der Liestaler Stadtrat hat beschlossen, den "Engel-Saal" unter dem Namen "Stadtsaal" in eigener Regie zu betreiben, womit er den Liestaler Vereinen zukünftig zu vergünstigten Konditionen angeboten werden kann.

Die Baumann & Cie übernimmt rückwirkend per 30. Juni 100 Prozent der Aktien der Vögeli Vermögensverwaltung AG.

In Basel-Stadt ist am 19. August die aus Lehrerkreisen angeregte Initiative zur Erweiterung der Integrativen Schule durch heilpädagogisch geführte Förderklassen eingereicht worden.

Die beiden Ludotheken Bläsi und St. Johann der Robi-Spiel-Aktionen werden nach 2022 nicht weiter betrieben.

Anouk Feurer, die Co-Präsidentin des "Jungen grünen Bündnisses Nordwest", ist Nachrückende für die zurücktretende grüne Basler Grossrätin Michelle Lachenmeier.