Radicant-Numarics-Flop

BLKB: Jetzt will es auch die Finma genauer wissen

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(Foto: ZVG)

Nicht nur eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Baselbieter Landrats wird die Vorgänge bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) im Zusammenhang mit dem gescheiterten Tochterunternehmen Radicant untersuchen. Der Fall rund um die Wertberichtigung im dreistelligen Millionenbereich beschäftigt auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma). Konkret hat diese «eine Untersuchung der Abläufe und Hintergründe der Radicant-Numarics-Transaktion gestartet», wie die Kantonalbank am Donnerstag mitteilt. BLKB und Radicant wollen «vollumfänglich» mit der Finma kooperieren, heisst es im Communiqué weiter.

Radicant war ein strategisches Projekt der BLKB. Die Digitalbank mit ökologischem Anstrich kam aber nie richtig in Fahrt. Der Zusammenschluss mit dem Fintech-Unternehmen Numarics sollte auch Kundschaft aus dem KMU-Bereich ansprechen und den Durchbruch bringen. Der Erfolg blieb jedoch aus. Im Juli 2025 kommunizierte die BLKB, eine weitere – dritte – Wertberichtigung vorzunehmen: in Höhe von 105,5 Millionen Franken. Der gesamte Schaden beträgt über 200 Millionen. Die damaligen Verantwortlichen, CEO John Häfelfinger und Bankratspräsident Thomas Schneider, räumten vorzeitig ihre Posten.

Bereits im vergangenen September kam ein Gutachten des Beratungsunternehmens Geissbühler Weber & Partner zum Schluss, dass die Mitglieder des BLKB-Bankrats «wesentlich stärker in die Transaktion (Übernahme von Numarics) eingebunden waren, als dies im Rahmen einer reinen Aufsichtsfunktion zielführend gewesen wäre». Auch seien Entscheidungsgrundlagen für die Fusion und Bewertungsannahmen mangelhaft gewesen. Im November gab die BLKB schliesslich bekannt, Radicant zu liquidieren. Zuvor war der Plan, das Unternehmen zu verkaufen, gescheitert.

Die Numarics-Übernahme beschäftigt die Kantonalbank auch intern. «In den vergangenen Monaten sind wir bei der internen Aufarbeitung dieser Transaktion gut vorangekommen und konnten bereits entsprechende bankinterne Massnahmen umsetzen. Die Ergebnisse der Finma-Untersuchung werden uns bei der weiteren Aufarbeitung unterstützen», lässt sich der interimistische Bankratspräsident Thomas Bauer in der Mitteilung zitieren.

Die PUK sei informiert. Man wolle beide Untersuchungen unterstützen und «dazu beitragen», dass Doppelspurigkeiten vermieden werden. Die Kommission unter dem Präsidium des SP-Landrats Thomas Noack überprüft neben den Vorgängen in der Bank auch die Rolle der Politik und insbesondere der Kantonsregierung, die die Aufsicht über die Bank verantwortet.

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