Das Basler Marionetten Theater bleibt an der Fasnacht zu
«Ein wirtschaftlicher Betrieb mit toller Stimmung» sei mit den Auflagen nicht mehr möglich. Damit fehlt eine wichtige Bühne für die Schnitzelbänkler.
Das Basler Marionetten Theater (BMT) verzichtet darauf, den Zehntenkeller beim Münsterplatz an der kommenden Fasnacht zu öffnen. Der Grund dafür sind die Brandschutzvorschriften: Nach der Tragödie in Crans-Montana hat die Feuerpolizei alle Fasnachtskeller kontrolliert und strengere Auflagen erteilt.
«Ein wirtschaftlicher Betrieb mit toller Stimmung ist nach reiflicher Überlegung so nicht mehr gegeben», schreibt das BMT am Donnerstagnachmittag in einem Beitrag auf Facebook. Das Problem liege in der neuen Obergrenze bei der Personenbelegung, erklärt Geschäftsleiter Daniel Jansen gegenüber OnlineReports. Bisher durften 100 Personen hinein, wobei das Personal nicht mitgezählt wurde. Nun aber zählten auch die Schnitzelbänkler und Fasnächtler dazu, die den Backstage-Bereich als Aufenthaltsraum nutzen. So dürften nur noch etwa 60 Personen zusätzlich in den Keller – zu wenig für eine gute Stimmung, sagt Jansen.
Den Pausenraum zu streichen, kam für die Theaterleitung aber nicht infrage. Das sei ein wichtiger Beitrag zur Fasnachtskultur, an dem man festhalten wolle. Jansen stört sich daran, dass die Feuerpolizei den Fluchtweg aus dem Backstage-Bereich nicht als solchen akzeptiert.
Und danach?
Somit fehlt an der diesjährigen Basler Fasnacht eine wichtige Bühne für die Schnitzelbänkler. An einem Dienstag traten hier laut Jansen zwischen 30 und 40 Gruppen auf. Statt Keller-Bar betreibt das BMT an der Fasnacht nun ein Takeaway-Fenster im Erdgeschoss mit Getränken und einfachen Fasnachtsspeisen.
Was die neue Praxis ausserhalb der Fasnacht für den künftigen Theaterbetrieb bedeutet, ist noch unklar. Das werde in den kommenden Wochen evaluiert.
In Liestal bleiben zwei Keller zu
Die Basler Feuerpolizei stellte «bei der grossen Mehrheit der 73 kontrollierten Keller» Anpassungsbedarf fest. Nach Angaben der Kantonsregierung zeichneten sich nach einer Erstbegehung «in über 90 Prozent der Fälle bereits tragfähige und einvernehmliche Lösungen» ab.
Auch der Baselbieter Kantonshauptort Liestal hat die Fasnachtskeller einer Kontrolle unterzogen. 2 der 14 Lokale bleiben geschlossen.
Weiterführende Links:
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