17 Landräte weibeln mit offenem Brief für Pratteln
Die Frage nach der neuen Ausrichtung des Kantonsspitals Baselland (KSBL) spaltet die Baselbieter Politik. Selbst innerhalb der Parteien gehen die Meinungen darüber auseinander, ob das KSBL sich auf einen einzigen, neuen Standort in Pratteln konzentrieren oder die heutigen Standorte Liestal und Bruderholz beibehalten und sanieren soll. Nur die SP scheint in dieser Frage geschlossen zu sein: Die Sozialdemokraten sprechen sich für die Zweistandort-Variante aus.
Einen Hinweis auf die Zerrissenheit des politischen Baselbiets und die Bedeutung der Standortfrage liefert auch der offene Brief, den 17 Vertreterinnen und Vertreter der SVP (9), FDP (2), Mitte (2), Grünen (3) und GLP (1) im Landrat geschrieben haben. Die Unterzeichnenden bitten die Regierung, sich für die Einstandort-Variante in Pratteln zu entscheiden. Ein Neubau auf der grünen Wiese mit regionalen Gesundheitszentren als integraler Bestandteil der Strategie biete für die Baselbieter Bevölkerung wesentliche Vorteile.
Unter anderem nennen die Landrätinnen und Landräte die wohnortsnahe Versorgung, die durch die Gesundheitszentren im oberen Kantonsteil gestärkt würde. Grundsätzlich wäre das KSBL in Pratteln für alle Regionen, aber insbesondere fürs Oberbaselbiet, besser erreichbar, halten sie fest. Von den Unterzeichnenden leben mit Dieter Epple (SVP, Liestal), Markus Graf (SVP, Maisprach) und Dario Rigo (Mitte, Ormalingen) drei im oberen Kantonsteil. Nicole Spiegel-Roth war bis vor Kurzem noch in Sissach zu Hause.
Das ist insofern interessant, als Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler als Hauptargument gegen ein Spital auf der Grünen Wiese die Benachteigung des oberen Kantonsteils aufführt. Der Freisinnige hat 38 Gemeindevertreterinnen und -Vertreter aus dem Oberbaselbiet mobilisiert, um bei der Regierung Druck zu machen.
Neben den bereits erwähnten haben folgende Politikerinnen und Politiker den offenen Brief unterschrieben: Marco Agostini, Gzim Hasanaj und Karl-Heinz Zeller von den Grünen, Markus Brunner, Dominique Erhart, Stefan Meyer, Urs Schneider, Florian Spiegel und Konrad Widmer von der SVP, die Freisinnigen Sven Inäbnit und Silvia Lerch, Silvio Fareri von der Mitte und der Grünliberale Tim Hagmann.
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