Abschied nach 15 Jahren

Nun also doch: Isaac Reber tritt im Herbst als Regierungsrat zurück

Der Baselbieter Baudirektor wird die Legislatur nicht beenden. Damit ist das Rennen auf den Grünen-Sitz eröffnet.

Isaac Reber, Umweltschutz- und Baudirektor im Kanton Baselland
Sagt kurz vor den Gesamterneuerungswahlen Tschüss: Baudirektor Isaac Reber. (© Foto: Kanton BL)

Noch vor der Gesamterneuerungswahl im April 2027 wird die Baselbieter Stimmbevölkerung aufgefordert, ein neues Regierungsmitglied zu wählen. Isaac Reber hat am Donnerstag im Landrat unerwartet angekündigt, Ende September zurückzutreten.

Erst im vergangenen Herbst fand eine Ersatzwahl für Bildungsdirektorin Monica Gschwind statt. Markus Eigenmann konnte den Sitz der Freisinnigen nach einem intensiven Wahlkampf verteidigen.

Weil es nach Gschwinds Rücktritt keine Anzeichen dafür gab, dass ein weiteres Regierungsmitglied zurücktreten würde, ging man davon aus, dass Reber die Legislatur beendet. Man hat die Rechnung ohne den 64-jährigen Sissacher gemacht. Nun heisst es für die Grünen, noch vor 2027 einen aufwendigen Wahlkampf auf sich zu nehmen, um den Sitz verteidigen zu können.

Nationalrätin Florence Brenzikofer hatte bereits bei der Gschwind-Ersatzwahl ihr Interesse am Amt bekannt gegeben. Sie dürfte nun ihre Chance packen. Ein weiterer Name, der immer wieder für Rebers Nachfolge genannt wird, ist jener des früheren Grünen-Präsidenten und aktuellen Prattler Gemeinderats Philipp Schoch.

Just vor Rebers Rücktritts-Ankündigung wurde der neue Bildungsdirektor Eigenmann vereidigt. «Der eine kommt, der andere geht», sagt Reber einleitend. Er habe sich ursprünglich vorgenommen, nach acht Jahren als Sicherheitsdirektor nochmals acht Jahre als Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion zu amten. Doch «als Schachspieler» wisse er: Manchmal müsse man etwas nicht dann machen, wenn es andere erwarten, sondern dann, «wenn es für einen selbst richtig ist und stimmt». Mit 15 Amtsjahren auf dem Buckel und im regulären Pensionsalter könne man «mit gutem Gewissen» aufhören.

Riebli: «Das ist für uns klar»

Peter Riebli hätte Rebers Rücktritt nicht erwartet. Der SVP-Präsident ist extra für die Landratssitzung aus den Skiferien zurückgekehrt und sagt: «Ich bin absolut überrascht.» Doch obwohl die SVP erst gerade einen Wahlkampf hinter sich hat, steht für den Strategen fest: «Wir treten an. Das ist für uns klar.» Die Partei ist seit 2023 nicht mehr in der Baselbieter Regierung vertreten. Ihr Versuch, im vergangenen Herbst mit Caroline Mall den FDP-Sitz anzugreifen, ist gescheitert.

Der erste Wahlgang findet bereits am 14. Juni statt. Dies bedeutet, dass Reto Tschudin ebenfalls als Kandidat zur Verfügung stehen könnte. Der Lausner SVP-Landrat gibt im Sommer sein Amt als höchster Baselbieter weiter. Tschudins Ambitionen sind seit Längerem bekannt. Bei der Ersatzwahl für Gschwind konnte er wegen des Landratspräsidums nicht antreten.

Auf Anfrage von OnlineReports sagt Tschudin, er habe Rebers Rücktritt zur Kenntnis genommen. «Natürlich stellen sich nun viele Fragen, mein Interesse an einem Regierungsmandat ist nach wie vor vorhanden.» Ob eine Kandidatur aktuell angebracht und sinnvoll sei, gelte es nun – auch in Absprache mit der Parteileitung – zu klären.

Tschudin sei ein valabler Kandidat, sagt Riebli. Zu den Favoriten gehört auch Matthias Liechti, wie der SVP-Chef bestätigt. Er war bereits im vergangenen Herbst als Kandidat im Gespräch, scheiterte dann aber parteiintern gegen Caroline Mall. Selbstverständlich könnten sich nun auch die Sektionen melden.

Grüne nominieren nach den Ferien

Die Grünen rechnen sich bei einer Ersatzwahl die grösseren Chancen aus, den Sitz verteidigen zu können, als dies bei den Gesamterneuerungswahlen 2027 der Fall wäre. «Wir sind parat, motiviert und personell gut aufgestellt», lässt sich Präsident Michael Durrer in einem Communiqué zitieren.

In den nächsten Tagen würden Gespräche geführt, und interessierte Personen haben die Möglichkeit, sich bei der Parteileitung zu bewerben. Die Nomination durch die Parteibasis soll nach den Fasnachtsferien an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen.

Nationalrätin Florence Brenzikofer will sich noch nicht festlegen und sagt zu OnlineReports: «Ich lasse mir noch Zeit und werde nach dem Wochenende kommunizieren.»

Präsident Durrer steht eine herausfordernde Zeit bevor. Er selbst kandidiert in Liestal bei der Ersatzwahl für die zurücktretende Stadträtin und Parteikollegin Marie-Theres Beeler.

Abschied nach 15 Jahren

Kommentare