Basta verliert Aushängeschild

Sibel Arslan wechselt zu den Grünen

Der Schritt erhöht die Karriere-Chancen der Basler Nationalrätin.

Nationalrätin Sibel Arslan
(© Foto: Parlamentsdienste)

Schon bei der Ersatzwahl für Beat Jans in der Basler Regierung im Jahr 2024 hatte sich abgezeichnet, dass Sibel Arslan nicht mehr allzu lange bei Basels Starker Alternative (Basta) bleiben würde. Die Nationalrätin, die im Bundeshaus der Grünen-Fraktion angehört, hätte gerne für die Nachfolge des heutigen Bundesrats kandidiert. Ihre Partei trat jedoch aus Rücksicht auf die SP nicht an – im Gegensatz zu den Grünen, die mit Grossrat Jérôme Thiriet den Sitz der Sozialdemokraten angriffen. Arslan nahm den Entscheid ihrer Partei resigniert «zur Kenntnis».

Nun wechselt die 45-Jährige zu den Grünen. Basta bedauert diesen Schritt, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Arslan sei ein prominentes Aushängeschild gewesen und habe viele Menschen in und um die Partei motivieren und bewegen können. Die Basler Grünen reagieren hingegen «sehr erfreut» auf den Entscheid der schweizweit bekannten Politikerin. 

Wahlen 2028 im Fokus

Beide Parteien betonen in ihren jeweiligen Communiqués, dass Arslan weiterhin die gemeinsame Nationalrätin von Grünen und Basta bleiben werde und man 2027 gemeinsam um ihre Wiederwahl kämpfen wolle. Arslan selbst formuliert ihren Wechsel so: «Ich bleibe unter demselben Dach – ich wechsle lediglich das Zimmer.»

Für die Grünen eröffnen sich mit Arslan insbesondere im Hinblick auf die Wahlen 2028 neue Möglichkeiten. Mit ihr hätte die Partei nach der Nicht-Wahl von Elisabeth Ackermann im Jahr 2020 und den gescheiterten Kandidaturen von Jérôme Thiriet bei der Jans-Ersatzwahl sowie von Anina Ineichen bei den Gesamterneuerungswahlen 2024 gute Chancen, wieder in der Kantonsregierung vertreten zu sein. 

Arslan wäre neben Mustafa Atici von der SP das zweite Regierungsmitglied mit kurdischen Wurzeln. Wie die Basler Stimmbevölkerung dies aufnimmt, bleibt offen.

Basta verliert Aushängeschild

Kommentare

Roland Stark
21. Januar 2026 um 16:43

Bekanntes Muster

Die Partei zu wechseln, um der eigenen Karriere Schub zu verleihen, ist eine altbekannte, immer wieder erfolgreiche Methode. Die SP hat damit leidvolle Erfahrungen gemacht.