Nach langer Krankheit

Früherer SVP-Präsident Oskar Kämpfer gestorben

Der Stratege hat die Neuauflage der bürgerlichen Zusammenarbeit im Baselbiet mitbegründet.

Oskar Kämpfer, Präsident der SVP Baselland von 2012 bis 2019
(© Foto: SRF)

Er brachte die SVP im Jahr 2013 zurück in die Baselbieter Regierung, nun ist er am 28. Januar im Alter von 72 Jahren gestorben: Oskar Kämpfer. Dies geht aus einer Todesanzeige seiner Familie hervor.

Schon seit April 2019 war bekannt, dass es Kämpfer gesundheitlich schlecht ging. Einen Tag nach den Gesamterneuerungswahlen wurde sein Rücktritt als Präsident der Kantonalpartei sowie als Landrat bekannt.

Der Abschluss seiner politischen Karriere widerspiegelte Kämpfers Verdienste ungenügend. Seine Partei verlor im Landrat sieben Sitze und scheiterte mit der Kandidatur von Nationalrat Thomas de Courten, der als zweiter SVP-Vertreter neben Thomas Weber in die Kantonsregierung einziehen wollte.

Doch unter ihm hatte die Partei zuvor mächtig zugelegt. 2012 wurde er nach einer internen Schlammschlacht zum Präsidenten gewählt. Mit ihm änderte sich der Kurs der Partei – weg vom Polteri-Image, hin zum sachlichen Umgangston. Diesen pflegte er auch im Umgang mit Journalistinnen und Journalisten. Kämpfer war kein Mann der grossen Worte; auf Medienanfragen reagierte er höflich, jedoch nie überschwänglich.

Nach der erfolgreichen Wahl von Thomas Weber in die Regierung schaffte es die SVP bei den Gesamterneuerungswahlen 2015 auf den Rekordwert von 28 Sitzen. Die SP als zweitstärkste Kraft erhielt 21. Heute sind die beiden Parteien mit 21 (SVP) und 20 Sitzen (SP) ähnlich stark.

Kämpfer galt als gewiefter Stratege – er hat die Neuauflage der bürgerlichen Zusammenarbeit im Baselbiet mitbegründet. Der Schulterschluss von SVP, FDP und Mitte (damals CVP) zahlte sich nicht nur bei den Wahlen aus, sondern auch bei vielen Geschäften im Landrat.

Doch die Partnerschaft deckt ein breites politisches Spektrum ab, sodass sich die Partikularinteressen regelmässig in die Quere kommen. So ist sie auch heute wieder ein eher fragiles Gebilde.

Mehrere Jahre im Ausland

Kämpfer stieg erst als Mittvierziger in die Politik ein. Zuvor konzentrierte sich der Wirtschaftsingenieur auf seinen Beruf und verbrachte mehrere Jahre mit seiner Familie im Ausland. Wegen eines Problems mit dem Bau seines Hauses begann er dann, sich politisch zu engagieren, und gründete die SVP Therwil. Von da an ging er den klassischen Weg über die Gemeindepolitik, bis er 2010 in den Landrat nachrückte.

Für Kämpfer, der mit neun Geschwistern in Grenchen im Kanton Solothurn aufwuchs, standen die bürgerlichen Werte immer im Vordergrund. Es seien die besseren Werte, sagte er in einem Interview. «Die meisten Leute sind in Wirklichkeit nicht so gut und sozial, wie sie glauben lassen wollen.»

Der frühere Politiker hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

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