Aussergewöhnliches Bronzebeil entdeckt
Im Sommer 2024 machte Sacha Schneider, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Archäologie Baselland, einen spektakulären Fund. Er entdeckte im Steilhang des Schlossfelsens in Burg im Leimental mit dem Metalldekektor ein massives, rund 22 Zentimeter langes Bronzebeil und etwas entfernt eine Gewandnadel.
Die Objekte stammen aus der mittleren Bronzezeit um 1500 vor Christus, wie die Archäologie Baselland am Dienstag mitteilt. Vergleiche führten über den Jura nach Grenchen. Dort sei 1856 ein Depot mit vier Beilen, vier Sicheln und einem Schwertfragment zum Vorschein gekommen. Seither werde die spezifische Form dieser sogenannten Randleistenbeile nach ihrem Fundort als «Typ Grenchen» bezeichnet.
In der Bronzezeit sei es ein weit verbreitetes Phänomen gewesen, mehrere Metallgegenstände niederzulegen, heisst es im Communiqué weiter. Manchmal seien gar mehr als hundert Objekte auf engstem Raum deponiert worden – oftmals auch gemischt in Form von Werkzeugen, Waffen und Schmuck. Die Forschung geht davon aus, dass solche Horte ganz bewusst vergraben wurden. Sie werden in den meisten Fällen als Weihegaben an unbekannte Gottheiten interpretiert.
Das Beil von Burg steckte in einer mit Erde verfüllten Felstasche. Folglich könnte es eine Einzelgabe sein. Weil am gleichen Ort weitere Bronzegegenstände gefunden wurden, schliesst die Archäologie Baselland aber nicht aus, dass es sich «um einen grösseren und später beraubten oder verstreuten Hort» gehandelt habe.
Das Dörfchen Burg liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Funde im nahegelegenen Rodersdorf, in Aesch oder im französischen Biederthal zeigten, dass die Zone zwischen dem flachen Sundgau und den nördlichsten Ausläufern des Juras für die Menschen der mittleren Bronzezeit eine besondere Bedeutung hatte.
Die Bronzefunde von Burg sind – zusammen mit den jüngst entdeckten keltischen Gold- und Silbermünzen von Arisdorf – in der Sonderausstellung «Schatzfunde» im Historischen Museum Basel zu sehen.
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