1,6 Milliarden für erste Etappe

Bund nimmt Durchmesserlinie in Planung auf

Grafik zum geplanten Angebotskonzept der Region Basel mit reiner Durchmesserlinie
(Grafik: Kantone BS und BL)

Im Oktober 2025 gab der Bundesrat bekannt, dem Basler Herzstück, der unterirdischen S-Bahn-Verbindung zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof, keine Priorität einzuräumen. Er stützte sich dabei auf die Studie «Verkehr ‘45» des ETH-Professors Ulrich Weidmann. Damit war das Milliarden-Projekt begraben.

Die Empörung darüber war in den beiden Basel riesig – unter anderem auch, weil Weidmann in seinem Bericht empfiehlt, den Rheintunnel zwischen Birsfelden und Basel-Nord wieder in die Planung aufzunehmen. Die Basler Stimmbevölkerung hatte das Strassenprojekt jedoch im November 2024 mit ihrem Nein zum Ausbau der Nationalstrassen abgelehnt.

Nach dem negativen Entscheid aus Bern beurteilten die Basler Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller und ihr Baselbieter Amtskollege Isaac Reber die Situation zusammen mit der Handelskammer beider Basel (HKBB) neu und gaben kurz vor Weihnachten bekannt, dass sie beim Bahnausbau ab sofort auf eine reine Durchmesserlinie zwischen dem Bahnhof Basel SBB und dem Badischen Bahnhof fokussieren. Mit dieser könne die S-Bahn «grundlegend ausgebaut werden», was zu einem deutlich besseren Angebot für die Bevölkerung in allen drei Ländern führe und die Wirtschaftsregion stärke, so die Begründung.

Der Strategiewechsel von Basel-Stadt und Baselland hat sich offensichtlich gelohnt. Der Bund hat am Mittwoch die Eckwerte zu «Verkehr ’45» vorgestellt. Darin ist auch die Durchmesserlinie Basel enthalten. Damit anerkenne der Bundesrat den Ausbaubedarf in Basel und die Notwendigkeit einer direkten unterirdischen Verbindung zwischen den Bahnhöfen, schreiben das Basler Bau- und Verkehrsdepartement und die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion in einer Mitteilung.

Gegenüber dem ETH-Gutachten erhöht der Bund die vorgesehenen Investitionen bis 2045 von rund 1,2 Milliarden deutlich auf 2,5 Milliarden Franken. 900 Millionen Franken sieht er aktuell für Projekte im Westen des Bahnhofs SBB vor, konkret für die neue Margarethenbrücke, den Perronzugang Margarethen sowie die Anpassung der darunter verlaufenden Gleise. 1,6 Milliarden Franken sind für eine erste Etappe der Durchmesserlinie vorgesehen.

Der Bund plant den Rheintunnel, der zwischen 1,9 und 2,4 Milliarden Franken kosten soll, für den Realisierungshorizont 2045 ein.

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